Freitag, 17. Juli 2009

Belgique par train

Die Fragen der Anreise überlasse ich, wie vereinbart, ganz galant dem Herrn Strietzel (wobei ich zähneknirschend mitteilen muss, dass Hin -und Rückflug von Schönefeld nach Brüssel derzeit 49,98 € kosten würden!) wenden wir uns daher den Fragen der innerbelgischen Fortbewegung zu.

Auch hier genügt ein Blick auf die Streckenkarte um die unermesslichen Weiten Belgiens zu verinnerlichen. Fest steht, das "Land" ist bestens erschlossen und bis tief in die Nacht (letzter Zug von bspw. Brügge 23:37) hinein von stattlichen Zügen durchrattert. Doch wieviel kostet uns der Spaß? Dies herauszufinden war gar nicht so einfach. Erste Ergebnisse lauten folgendermaßen:

  • die Netzkarte (bei einer Gültigkeitsdauer von einer Woche) wäre der Preis von 81,00 € fällig - sie berechtigt dafür zu beliebig vielen Fahrten auf dem gesamten Netz der SNCB.
  • dann gäbe es da noch den "Rail Pass". Hiermit darf man für 73,00 EUR 10 einfache Fahrten zwischen zwei belgischen Bahnhöfen (Grenzpunkte ausgenommen) zurücklegen.
  • es könnte natürlich auch sein, wir verlieben uns spontan in eine Tarifzone. Dann käme die Streckenkarte in Frage: 9,40 € pro Woche
  • Eine ausverzügliche Ermäßigung erhalten "Berufsjournalisten" bei der belgischen Bahn - sie dürfen nämlich in der 2. Klasse kostenlos reisen. Hierfür muss lediglich eine Karte mit einem gewissen "Kode 043" vorgezeigt werden
  • Gruppenangebote fallen für uns aus, es sei denn wir "überreden" noch fünf weitere Menschen, diesen Irrsinn mitzumachen
  • Ebenso entfallen sämtliche Altersrabatte, da wir alle zwischen 26 und 60 pendeln. Diskriminierung pur!

Donnerstag, 16. Juli 2009

Belgien und die EU - einmal Nachsitzen für alle

Da gab es dann doch gewaltige Irritationen. Brüssel, Straßburg, Den Haag. Wo war gleich nochmal Gerichtshof, Sitz der Verwaltung, Parlament und das ganze Zeugs. Nachdem wir in kurzer Zeit so relativ alle Kombinationen durchgeleiert hatten, standen wir plötzlich reichlich staatenverbundlos in der Gegend rum. Daher hier nochmal zum Mitschreiben die korrekte Zuordnung.

Aus dem "PROTOKOLL ÜBER DIE FESTLEGUNG DER SITZE DER ORGANE
UND BESTIMMTER EINRICHTUNGEN, SONSTIGER STELLEN
UND DIENSTSTELLEN DER EUROPÄISCHEN UNION
"

  • Sitz des Rats der Europäischen Union    - Brüssel (und Luxemburg) Der Rat hat seinen Sitz in Brüssel. In den Monaten April, Juni und Oktober hält der Rat seine
    Tagungen in Luxemburg ab.
  • Sitz des Europäischen Parlaments - Hauptsitz Straßburg (und Brüssel und Luxemburg) Zusätzliche Plenartagungen finden in Brüssel statt. Die Ausschüsse des Europäischen Parlaments treten in Brüssel zusammen. Das Generalsekretariat des Europäischen Parlaments und dessen Dienststellen verbleiben in Luxemburg.
  • Sitz des Europäischen Gerichtshofs   - Luxemburg
  • Sitz der Europäischen Zentralbank - Frankfurt am Main
  • Europol hat seinen Sitz in Den Haag

Ganz schön verwirrend das Ganze. 



Schlafen in Belgien

Nun gut, ich gestehe, meine beim Belgienrat getroffene Aussage, "Wir fahren einfach dahin, wo es am billigsten ist", stellte sich im Nachhinein dann doch als eine etwas vermessene Aussage dar. Auch wenn es bedeutend kleiner als Niedersachsen ist, gibt es doch erstaunlich viele Städte mit einer erklecklich hohen Zahl an Unterkünften. Hier eine erste Übersicht.

Eine kurze Recherche aller nennenswerten Städte ergab, dass das Dumpingangebot von sagenhaften 13 € aus Brügge kommt. Dieser Preis sollte zu denken geben. Vielleicht sollte vor Ort geklärt werden, dass ein schlechtes Image und der damit einhergehende sickernde Zufluss von zahlungswilligen Touristen nicht auf diese Art wieder reingeholt werden kann. Schließlich werden nicht alle Tage Wetten mit Belgienreisepflicht eingegangen. Die fragliche Absteige wäre das Snuffer Backpacker Hostel. Das Angebot dieser Herberge sprengt alle erwartungen. Nicht nur ein "Wachautomat" (Wecker?) ist vorhanden auch eine Sonnenterasse bietet die "weltoffene" Absteige im Herzen der Brügger Altstadt.

In Sachen Zelten recherchierte ich auftragsgemäß natürlich auch. Allein hier wurde ich nicht wirklich fündig. Einerseits ist Belgien dann doch nicht ganz Prag. S. h.: in Stadtnähe gibt es anscheinend nichts, zu unserer Zeit Geöffnetes. Und andererseits orientieren sich die Preise dann auch eher in Richtung Snuffer. 

So denn. Daneben gibt es aber noch eine ganz andere Möglichkeit. Nämlich ein Ferienhaus. Nehemen wir nuir mal als Beispiel ein blind herausgesuchtes Häuschen in "Robertville" (Nähe Malmedy/Eupen), welches laut Selbstaussage "mit seiner Umgebung alles bietet"! Hier gebe es 12 Schlafgelegenheiten und müssten für das Objekt 420 € in der Woche zahlen. Oder die 380qm-Hütte in Sprimont (Wallonien) für 425 € pro Woche. 

 

Belgische Fußballvereine Teil II - Union Saint Gilloise


Nachdem ich ja schon alle Vereine aus den ersten beiden Ligen rausgesucht hab, die in rot-weiß spielen, kommt Suse nun mit einem nicht weniger guten Argument um die Ecke: Union soll er heißen, der Verein unserer belgischen Gastherzen. Und sie hat auch gleich einen aufgetrieben:

Royale Union Saint-Gilloise aus Brüssel. Einer der ältesten Vereine Belgiens. Dritte belgische Liga. Zehn mal Meister, sieben mal davon zwischen 1904 und 1913.

Doch seht selbst, was sie schickt:

Hier ein Spielbericht von 2005
http://www.baedw.de/stg.html

und von 2000, fühlt man sich doch gleich irgendwie heimatlich, oder?
http://www.groundhopping.de/Gilloise.htm

offizielle webseite
http://www.rusg.be/

und noch n schönes Zitat

Union St. Gilloise wurde in der Saison 1903/04 in beeindruckender Manier erstmals belgischer Meister. Die Union-Spieler wurden wegen ihrer athletischen und teils brutalen Spielweise landesweit nur "Apaches" genannt. Im Meisterteam aus Saint-Gilloise, ein Brüsseler Stadtbezirk, der an das südliche Zentrum grenzt, spielten die drei Brüder Joseph, Charles und Gustave Vanderstappen. Ersterer war ihr Torhüter und Gustave Vanderstappen ihr Kapitän, Mittelstürmer und Torjäger. Charles Vanderstappan spielte Linksaußen. Die "Union" - so von den eigenen Anhängern genannt - sollte für viele Jahre im belgischen Fussball dominieren.

Und auch musikalisches hat sie gefunden:
http://www.rusg.be/music/supporters60.mp3
http://www.rusg.be/music/union.mp3

eldorado

In der Brotfabrik:
30.07. – 05.08. um 20.00 Uhr:
06.08. – 12.08. um 20.45 Uhr:
Eldorado
(ELDDORADO)
Belgien / Frankreich 2008 - 81 Minuten - 35mm - DF
R: Bouli Lanners - K: Jean-Paul de Zaetijd - M: Koen Gisen, Renaud Mayeur, An Pierlé – mit Bouli Lanners, Fabrice Adde, Françoise Chichéry, Philippe Nahon
Aus der Begegnung zwischen einem Oldtimer-Händler und einem Dieb könnte fast so etwas wie eine Freundschaft werden – doch die Verhältnisse, die sind nicht so. Mit „Eldorado“ kommt ein filmisches Kleinod aus dem Land der roten Autonummern, beleuchtet weitere Abgründe der „maladie belge“. „Belgien ist für Lanners das Herz der Finsternis, ein Land, in dem die Härte der Väter die Söhne in die Drogensucht treibt, in dem Hunde gefesselt von Autobahnbrücken geworfen werden und jeder schuldig wird, auch wenn er nur helfen wollte. Eine Erlösung ist nicht in Sicht.“ (Dietmar Kammerer, TAZ 14. Mai 2009)

Also wenn das weißrusslandgestählte Herz da nicht vor Freude hüpft und lacht, dann weiß ich auch nicht.

Kostet Donnerstags übrigens nur 3,00 €. Wer kommt mit?

belgien - geografisch.

Diverse geografische Streitfragen beschäftigten das Belgienreisevorbereitungskomitee gestern.

Deswegen hier erstmal das wichtigste auf einenBlick: Das Land gar selbst.